Gartensparte Eigener Aufbau e.V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 20.09.2026 um 15:00 Uhr

Der Garten im Oktober


Kein Monat im Jahr verführt so zum Meckern wie der Oktober. Hier gibt es mit den Nachbarn immer wieder Diskussionen: über die Blätter. Man könnte meinen, dass es nichts Natürlicheres wie Bäume und Blätter gibt. Ob in Anlage 1, wo der Eichenhang sich mittels Wind im Garten niederlegt, in Anlage 3, wo ungepflegte Anreinergrundstücke für belaubte Wege sorgen oder Anlage 2, in der ganz normal die Obstbäume ihr Laub abwerfen...  In jedem Jahr höre ich: „Ach je, die ganzen Blätter. Das nervt so sehr“. Es ist als ob es jedes Jahr neu entdeckt würde.


Dabei wird nicht berücksichtigt, warum Laub so wertvoll für den Garten ist. Vom Rasen gesammelte Blätter bieten sich bspw. an, um sie im Beet zwischen den Stauden zu verteilen. Herbstzeit ist Mulchzeit. Es gibt nichts besseres als Laub dafür. Das Laub von Walnuss und Eichen kann vor allem unter allen Hecken, vor allem unter Hortensien verteilt werden. Sie fördern den dort benötigten sauren Boden, verrotten jedoch ob ihrer Gerbstoffe nur schwer. Besser ist es, diese Blätte mit dem Häcksler oder Rasenmäher vorab zu zerkleinern. 

Und auch, wenn der Garten dann nicht ganz sauber in den Winter geht, wird hier empfohlen die Stauden keinesfalls vorm Winter zurück zu schnippeln. Rein optisch entgeht Euch dann mit dem ersten Frost der Anblick  zauberhaft glitzernder Staudenflächen. Viele Stauden bleiben über den Winter stabil stehen und bieten nicht nur uns ein fantastisches Bild, sondern sie dienen auch einigen Tieren zum Überwintern. Ein Garten ohne Ordnungsputz ist ein tierfreundlicher Garten. Allen, die diesbezüglich nicht über ihren Schatten springen können (und auch nicht müssen) wird ans Herz gelegt, vielleicht mal eine einz-

Der Gemüsegarten


  • Bodenpflege
    Über den Winter hinweg sollte der Boden im Gemüsegarten bestenfalls immer gemulcht sein. Das klappt bspw. mit Falllaub sehr gut. Bei schweren Böden wurde früher immer das Umgraben über den Winter empfohlen. Davon ist man abgekommen. Wenn der lehmige Boden zu schwer und zu verdichtet ist, dann besser Kompost einarbeiten. Das macht ihn leichter. Das passt allerdings besser im Frühjahr, damit die Nährstoffe von den neuen Pflanzen genutzt werden können. Ansonsten kann mit allem gemulcht werden, was der Gemüsegarten hergibt, aber nicht mehr gegessen wird. Bspw. mit Zucchini- und Kürbislaub. Auch das Gemüse wird - so nicht mehr nutzbar - gerne klein geschnippelt und an Ort und Stelle liegen gelassen. Irgendwer wird sich darüber freuen.
  • Gründünger
    Falls das Mulchen keine Option  ist, kann auf deinen leeren Gemüsebeeten Gründünger eingesät werden. Dieser wird dann vor dem Blühen in den Boden eingeharkt, um über den Winter im Boden zu kompostieren.
  • Ernte einfahren
    Auch im Oktober kann weiterhin geerntet werden. Folgendes Gemüse ist ggf. noch im Garten verfügbar: Tomaten, Bohnen, Zucchini, Rote Bete, Mais, Lauch/Porree, Zwiebeln, Mangold, Fenchel, Karotten, Radieschen, Feldsalat, Knollensellerie, Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Spitzkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Wirsing, Stangensellerie, Rosenkohl, Grünkohl, Spinat, Pastinaken, Kürbis.
  • Direkte Aussaat
    Auch im Oktober kann eine direkte Aussaat im Gemüsegarten erfolgen. Dazu gehören Feldsalat, Winterzwiebel, Knoblauch, Speiserüben aller Art, Grünkohl und Spinat.
  • Nicht mehr düngen
    Früher wurde auch empfohlen jetzt den Kompost umzusetzen und die Beete zu düngen. Inzwischen ist bekannt, dass dieser Tipp keinen Sinn macht. Alle Pflanzen gehen in die Winterruhe und brauchen den Kompost nicht, da er sofort pflanzenverfügbar ist. Daher den Kompost im zeitigen Frühjahr umsetzen und dann damit die Beete düngen.

Der Obstgarten


  • Fallobst
    Fallobst sollte immer weggeräumt werden. Krankheiten und Schädlingen verbreiten sich sonst sehr leicht darüber. Ein bisschen Obst darf für Vögel und Wespen liegengelassen bleiben.
  • Pflanzen von Obstgehölzen
    Nicht nur für Blühhecken ist jetzt ein idealer Pflanzzeitpunkt, auch Obstgehölze und allerlei Beerenobst kann in die Erde. Eher im Frühjahr sollten Aprikosen und Pfirsiche gepflanzt werden, da sie am Anfang frostempfindlich sind.
  • Herbsthimbeeren schneiden
    Herbsthimbeeren können nun komplett nach der Ernte bodennah abschnitten werden. Achten Sie darauf, nur die Äste abzuschneiden die Früchte getragen haben. Diese erkennt man an der bräunlichen Färbung in Bodennähe. Neue, grüne Triebe garantieren die Ernte des nächsten Jahres.

Der Blumen- und Ziergarten


  • Verblühtes nicht schneiden
    Während das ganze Jahr empfohlen wird, das Verblühte abzuschneiden wird im Oktober genau das Gegenteil empfohlen. Warum? Weil in der Vegetationsperiode das Abschneiden vom Verblühten zu mehr Blütenbildung führt. Doch im Oktober wird nach dem Abschneiden keine  Blüte mehr gebildet. Wer seine Staudenbeete nicht zurückscneidet, kann so den schönen Anblick der Stauden im Winter genießen.
  • Stauden pflanzen
    Der Oktober ist die ideale Pflanzzeit und daher super dafür geeignet ein Staudenbeet anzulegen ! Der Boden ist noch sehr warm, die Temperatur ist niedriger und es regnet häufig. Idealer Zeitpunkt, um neue Stauden und Sträucher im Garten zu pflanzen.
  • Blumenzwiebel setzen
    Nun ist Hochsaison beim Pflanzen von Blumenzwiebeln die im Frühjahr blühen. Die schönsten Frühblüher bspw. Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen, Tulpen, Narzissen und vieles mehr stehen zur Auswahl. Da darf man sich komplett ausleben.  Mit der Zeit werden sich die Blumenzwiebeln wie von selbst vermehren und man hat direkt im zeitigen Jahr ein Meer von Blumen im Garten.
  • Samen sammeln
    Nun sind sehr viele Samen gut getrocknet. Extra - Tipp für Blütenüberraschungen: es ist nicht notwendig die Samen zu sammeln und bis in den Frühling aufzubewahren. Die Samen können ausgebracht werden, sobald sie reif sind. Denn die Natur macht das auch. Man kann also im Herbst direkt von der Pflanze die     Samen sammeln und dann gleich gucken, wo sie in Lücken ausgebracht werden können. Gerade Samen sind sehr winterhart und überleben wie von selbst.
  • Stauden teilen
    Jetzt ist es ideal Stauden zu teilen oder umzusetzen. Denn wir können die Struktur unserer Beete im Herbst sehr gut erkennen. Wir wissen, wo Lücken sind und wo ein Ungleichgewicht herrscht. Daher können wir jetzt eingreifen und Stauden teilen und umsetzen. Manche Staude  ist vielleicht nicht mehr so blühfreudig. Auch die kann geteilt und umgesetzt werden. Und ein Tipp vom Gärtner Horst aus der Gartenzeit   des rbb: "Gleiche Blüten sollten an mehreren Stellen des Gartens erscheinen, um so eine Gesamtheit zu bilden und eine Verbindung   zwischen den einzelnen Bereichen des Gartens zu schaffen."
  • Dahlien einlagern
    Nach dem ersten Frost können Dahlien mit einer Grabegabel vorsichtig aus der Erde geholt werden. Dafür werden die Dahlien vorher oberirdisch bis eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Dann werden sie rausgeholt aus der Erde und frostfrei überwintert.
  • Heckenschnitt steht an
    Ein Rückschnitt von Hecken ist vom 1. März bis 30. September wegen Vogelschutz verboten. Das heißt, dass nach dem 01.10. die Hecken wieder kräftig geschnitten werden können, wenn es denn tatsächlich notwendig ist. Ein Schnitt bei Blühhecken ist nur notwendig, um die Blühfreudigkeit zu erhalten. Das kann etwa alle 3-5 Jahre notwendig werden. Kaufen Sie für den Garten nicht zu große Sträucher, die dann jedes Jahr geschnitten werden müssen. Der Strauch wird durch solch einen Schnitt nicht gut aussehen. Solitärsträucher wie Magnolie oder Zaubernuss müssen gar nicht geschnitten werden.
  • Hecken pflanzen
    Auch der Oktober ist ideal um eine Hecke zu pflanzen. Der Boden ist noch warm und es regnet mehr. Somit wird das Anwachsen von Sträuchern und Hecken erleichtert. 
  • Rasen mähen
    Rasenpflege ist wichtig. Je nach Witterung wird es evtl. notwendig sein den Rasen im Oktober nochmals auf 5cm runter zu mähen.
  • Rasen düngen
    Der Rasen kann nun mit einem speziellen Herbstdünger (Kaliumhaltig) letztmalig vor dem Winter gedüngt werden.
  • Laub vom Rasen entfernen
    Ganz wichtig ist, dass das Laub vom Rasen entfernt wird. Wenn du das Laub nicht entfernt wird, erstickt der Rasen darunter. Er bekommt keine Luft und kein Licht und fängt daher an zu faulen.  Am besten also den Rasen abrechen.  Es ist bei kleinen Bäumen aber auch möglich  mit einem Mulchmäher das Laub zu zerkleinern und liegen zu lassen.
  • Rasen einsäen
    Wenn der Rasen Lücken hat oder ein neuer Rasen angelegt werden soll, kann jetzt neuer Rasen eingesät werden.. Darauf achten, dass die Saat nicht austrocknet.

Bitte helft den Igeln!

Ab Ende Oktober wollen die Igel in Winterschlaf gehen. Hierfür brauchen sie ein gemütliches und geschütztes Plätzchen. Laubhaufen, Holzstapel oder eigens dafür gebaute Schlafhäuser (Tipps hierfür sind beim Vorstand erhältlich) - bietet den Stachlern einen Rückzugsort. Lasst einige Ecken natürlich, damit sich dort Insekten ansammeln, die dem Igel als Nahrung gelten. Die letzten Igelbabys werden bis Mitte / Ende September geboren, nicht viel Zeit, um auf mind. 900 g anzuwachsen, insbesondere, wenn kaum Futter da ist.

Wer mag, darf auch Futter anbieten! Aber Achtung, Igel fressen weder Obst, noch Gemüse (max. die daran befindlichen Insekten). Igel sind reine Fleischfresser, sie benötigen vor allem Proteine. Wer den Igel unterstützen möchte, stell Katzennassfutter mit mind. 60 % Fleisch ohne Gelee oder Sauce (nur Pastete) oder Trockenfutter ohne Getreide mit ebenfalls mind. 60 % Fleischanteil zur Verfügung. Bitte kaufen Sie kein fertiges Igelfutter. Das ist zum einen teuer und zum anderen vertragen die Igel es nicht. Und keine Angst - der Igel frisst das "Menschenfutter" nur, wenn nicht genug Insekten da sind.

Beim Aufräumen des Gartens, Umsetzen von Holzstapeln uä. - bitte überprüft, ob sich darunter kein Igelnest mit Jungen befindet. Das würde für die Igel den sicheren Tod bedeuten. Lieber den Ab- oder Umbau auf das zeitige Frühjahr verschieben. Den schlafenden Stachelpo kann man wieder abdecken, ohne dabei eine säugende Mutter von den Welpen zu trennen.

Wer noch Fragen zu Igeln, deren Unterstützung usw. hat, darf sich gern über unsere Telefonnummer oder Email melden.